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Spiering beantwortet Fragen Bad Laerer Oberschüler

Frauen tun der Gesellschaft gut

Dokumentation des NOZ-Artikels vom 7.5.2018  Text und Bild: Anke Schneider

Polittalk: Rainer Spiering, hier mit Marcel Rohlmann, forderte die Jugendlichen der Schule auf, die Freiheit zu verteidigen. Foto: Anke Schneider

Bad Laer. Rainer Spiering, Bundestagsabgeordneter der SPD, war nach Matthias Seestern-Pauly nun der zweite Politiker, der der Einladung der Geschwister-Scholl-Oberschule Bad Laer zum Polittalk gefolgt war. Wieder hatten sich die drei Moderatoren Marcel Rohlmann, Lucas Ugowski und Maya Reuter Fragen überlegt, die sie dem SPD-Mann stellen wollten.

Zu der Frage nach der Legalisierung von Cannabis sagte Spiering, dass er die Droge in gedämpftem Maße ebenfalls konsumiert habe, als er jung war. „Mir hat es nicht geschadet“, sagt er. Alkohol sei auch legal und darüber rege sich keiner auf. „Was in diesem Land gemacht wird, ist moralisch grenzwertig.“

Frauenquote

Maya Reuter sprach Andrea Nahles an, die am 22. April Vorsitzende der SPD wurde. Ein Novum in der Geschichte der Partei. Rainer Spiering befürwortete eine Steigerung der Frauenquote in politischen Gremien. „Frauen haben ein höheres Maß an Loyalität, haben mehr Möglichkeiten, integrativ zu denken und sie denken in größeren Zusammenhängen“, so der Politiker. „Frauen tun der Gesellschaft gut.“

Ganz anders sah er das bei der AfD, die seit der Bundestagswahl ebenfalls in der Politik mitmischt. „Sie vertreten das Weltbild der 1950er Jahre“, sagte Spiering. Frauen gehörten an den Herd und hätten sich ansonsten in die Männerwelt einzugliedern. „Das Weltbild dieser Zeit war dominant männlich und von Gewalt geprägt“, sagte Spiering. Es war ein Polizeistaat, der Freiheit kaum zugelassen hat. Er forderte die Jugendlichen auf, ihre Freiheit, die von Generationen vor ihnen erkämpft wurde, gegen diese „verschworene Möchtegern-Elite“ zu verteidigen. „Ihr seid unser Zukunftsschatz.“

Freiheit

Auf die Frage, ob er die Protestwähler denn verstehen könne antwortete der Talkgast, dass er durchaus nachvollziehen könne, dass die Geschwindigkeit, mit der sich die Welt verändere, unsicher machen kann. „Was ich nicht verstehe, ist die Flucht in die Angst“, sagte Spiering. Er selbst sei 1976 in die SPD eingetreten, weil er von der Sozialdemokratie zutiefst überzeugt sei. „Ich habe staatliche Gewalt und Zugriffe auf meine Freiheit nie zugelassen“, so Spiering. Die SPD sei für ihn die Partei, die diese Freiheit garantiere.

Beim Thema Brexit zeigte sich Rainer Spiering recht entspannt. „Deutschland kommt ohne England nicht aus und England ohne uns nicht“, sagte er. Er sei sicher, dass es eine Art Freihandelsabkommen geben werde, der den Austausch mit England wie bisher möglich mache. „Der politische Flurschaden wird geringer sein, als wir alle dachten.“

Reichtum teilen

In Sachen Flüchtlingspolitik besann sich der Talkgast ganz auf sein Christsein und zitierte aus den Seligpreisungen, in denen es unter anderem heiße: „Achte auf die, die Schutz suchen“. Dass Merkel 2015 die Menschen habe kommen lassen, habe ihr weltweit Anerkennung beschert. „Das hat es so noch nie gegeben“, sagte Spiering. Wie sie die Flüchtlingswelle dann gehändelt habe, sei allerdings schlecht gewesen. Spiering machte deutlich, dass Europas Politik Entwicklung in Afrika verhindere und das müsse aufhören. „Wir müssen von unserem Reichtum abgeben.“

Auf eine einsame Insel, auf die Rainer Spiering drei Dinge mitnehmen darf, würde der SPD-Mann übrigens nur eins mitnehmen. „Das ist meine Frau“, sagte er. Das sei alles, was er brauche, um gut versorgt zu sein.

 

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